Grundlagen des Resellings

Was ist ein Sneaker Reseller?

Supreme Yves Saint Laureen

Wirtschaftlich gesehen ist ein Reseller jeder Händler, der seine angebotene Ware oder Dienstleistung  nicht selbst herstellt. Ein Reseller kauft Produkte von Herstellern und verkauft diese gewinnbringend an den Endverbraucher. Da ein Reseller größere Mengen des Produktes kauft, erhält er Sonderkonditionen in Form von Mengenrabatten. Diese Mengenrabatte sind bei den meisten Resellern die primäre Wertschöpfung. Sie ermöglichen somit einen teureren Verkauf an den Endverbraucher. Dies ist ein sehr verbreitetes Geschäftsmodell, von daher nichts Ungewöhnliches. Viele Einzelhändler, wie zum Beispiel Supermärkte sind vereinfacht gesagt Reseller.

Was ist das Besondere an Sneaker-Resellern?

Das Besondere am Sneaker-Reselling ist, dass das Einkommen nicht durch Mengenrabatte erzielt wird. Die Wertschöpfung entsteht in der Regel durch die starke Limitierung des Schuhs, welche eine enorme Nachfrage erzeugt. Das ermöglicht den Resellern  den Verkaufspreis stark zu erhöhen. Dieser liegt nach dem Ausverkauf des Schuhs meist deutlich über dem ursprünglichen Marktpreis. Da es viele Sammler gibt, die bereit sind deutlich mehr als den ursprünglichen Kaufpreises zu zahlen, hat sich mit der Zeit ein großes Handelsnetzwerk, spezialisiert auf limitierte Sneaker und Streetwear, gebildet. Das Geschäftsmodell Sneaker-Reselling ist vor Allem im US-amerikanischen Raum sehr verbreitet. Dort werden regelmäßig hohe Preise für die begehrtesten Sneaker erzielt. Die Ursache für die Entstehung dieses Parallelmarktes lässt sich auf das Geschäftsmodell der künstlichen Verknappung zurückführen. Ein Marketing Konzept, welches bestimmte Hersteller bereits früh wussten erfolgreich anzuwenden.

Sneaker als Wertanlage

Der entstandene Parallelmarkt ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Mittlerweile wird der jährliche Umsatz des Reseller Marktes auf einen zweistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Also genug Raum um erfolgreich handeln und traden zu können. Hierbei wird das Sneaker-Trading durch die US-Amerikanische Sneaker- und Streetwear-Reseller Seite Stockx ermöglicht. Dort können Schuhe wie Aktien gehandelt werden. Dies ist durch die Berechnung von Angebot und Nachfrage des jeweiligen Sneaker möglich. Stockx ermöglicht den Käufern und Verkäufern konkrete Preise zu denen sie den Schuh kaufen oder verkaufen möchten, anzugeben. Der Käufer kann dann entweder den Preis des Verkäufers direkt annehmen oder selbst einen Preisvorschlag erstellen. Aus der Spanne von Angebot und Nachfrage berechnet man nun den Mittelwert. Also der Wert, an dem die höchste Anzahl an Käufern und Verkäufern bereit sind, eine Transaktion einzugehen. Diesen Wert bezeichnet man als Kurs. Er stellt wie ein Aktienkurs den aktuellen Marktwert des jeweiligen Sneaker dar.

Das Geschäftsmodell der künstlichen Verknappung

Ein bereits bewährtes Marketing Konzept, um sich von der Konkurrenz abzuheben, ist die künstliche Verknappung. Häufig nutzen Unternehmen wie Nike und Adidas diese Taktik. Sie verringern also die Verfügbarkeit der Sneaker stark. So ist es kein Sonderfall, wenn Sneaker limitiert in zwei- oder dreistelliger Stückzahl heraus kommen. Vor Allem der Kleidungshersteller Supreme ist bekannt für die Anwendung dieser Marketingstrategie.

Mann mit rotem Supreme Pullover sitzt auf Mauer
Hier seht ihr eines der erfolgreichsten Supreme Collabos. Das Collabo mit Yves Saint Laurent hatte eine der höchsten Wertsteigerungen überhaupt und ist auch heute noch sehr beliebt.

Es entsteht ein so großer Andrang auf die Produkte, dass diese in nur wenigen Sekunden online ausverkauft sind. Nicht selten kommt es vor, dass vor Stores riesige Menschenmassen schlange stehen. Einige schlagen sogar Campingzelte vor dem Store auf, um das anstehende Release auf keinen Fall zu verpassen. Somit ist dem Unternehmen mit der Anwendung dieses Geschäftsmodells der Verkauf aller Waren gesichert. Dieses Prinzip machen sich die Reseller zu nutzen.

Die Entstehung eines Hypes

Bei einer erfolgreichen Anwendung entwickelt sich häufig aus der hohen Nachfrage ein Hype. Dieses Phänomen macht das jeweilige Produkt zu einem Must-Have. Die Marke ist somit aus der Modebranche nicht mehr wegzudenken. Die Zielgruppe tauscht sich regelmäßig über neuste Trends und Produkte aus. Das erzeugt für das Unternehmen kostenlose Reichweite. Die Sneaker-Reseller wiederum machen sich das aus dem Geschäftsmodell hervorgehende Phänomen zu Nutzen. Sie erzielen ihr Einkommen durch die extrem hohe Zahlungsbereitschaft ihrer Kunden. So entsteht eine Symbiose aus Unternehmen, die dem Reseller seine Einkünfte sichern und den Resellern, die durch ihr Geschäft, kostenlos Werbung für die Unternehmen machen.